Frauen sitzen anders

 

FACTS 3/2010

Der kleine Unterschied

Frauen sind anders – eine Binsenweisheit, doch wird diesem Umstand mitunter nur wenig Bedeutung beigemessen. So sitzen Frauen im Büro häufig auf Stühlen, die ihrer Gesundheit mehr schaden als nützen. Dem will Gernot Steifensand mit dem Bürostuhl speziell für die Frau ein Ende bereiten. FACTS fragte nach, was das Besondere am Lady Sitwell ist.

 

FACTS: Warum ein Bürostuhl speziell für Frauen? Gernot Steifensand: Der Körperbau der Frau unterscheidet sich grundlegend von dem der Männer. Dem wird allerdings nur wenig Beachtung geschenkt. Bürostühle werden in Deutschland nach der deutschen DIN 4551 hergestellt, die bestimmte Normen für die Sitzhöhe und -tiefe vorgibt, zum Beispiel eine Sitzhöhe von 42 bis 53 Zentimeter. Das reicht aber für Frauen oft nicht aus. Um dieser Benachteiligung entgegenzuwirken, wird in verschiedenen Fachkreisen über eine Frauen-Drehstuhl-Norm diskutiert, die präventiv stärker auf die „Geschlechtsunterschiede“ beim Sitzen eingehen soll.

FACTS: Mann und Frau unterscheiden sich anatomisch, das ist klar. Doch gibt es wirklich ein unterschiedliches „Sitzverhalten“? Gernot Steifensand: Frauen haben spezifische Sitzgewohnheiten, die sich von denen der Männer unterscheiden. Plakativ gesagt: Frauen sitzen aufrecht und Männer lümmeln. Die Dame im Büro sollte beim Sitzen am Arbeitsplatz unbedingt auf die biologischen und anatomischen Unterschiede des Körperbaus achten, um präventiv den „frauenspezifischen“ Problemen wie kalten Füßen und Bindegewebserkrankungen entgegenzuwirken. Viele „Frauen-Sitz-Krankheiten“ können durch einen geeigneten „Frauenstuhl“, der die orthopädischen und medizinischen Geschlechtsunterschiede berücksichtigt, vermieden werden.

FACTS: Welche durch zu langes und starres Sitzen verursachten Beschwerden sind denn typisch für Frauen? Gernot Steifensand: Frauen haben einen stärkeren Bewegungsdrang und häufiger kalte Füße als Männer und sie neigen aufgrund ihres Körperschwerpunkts zu einem Hohlkreuz. Somit sollten Rücken, Schultern und Nacken besonders geschützt und gestützt werden. Frauen leiden häufig unter Rückenschmerzen, Beschwerden in der Ischiasregion, wie Schmerzen, Taubheit und Muskelschwäche, Kopfschmerzen, Schmerzen im Kniegelenk oder unter dem Karpaltunnelsyndrom, starken Schmerzen in den Händen, die durch eingeklemmte Nerven in der Nackenregion verursacht werden.

FACTS: Und was kann frau dagegen tun? Gernot Steifensand: Auch ohne Medikamente oder chirurgische Maßnahmen eine ganze Menge. Natürlich kann viel Bewegung Linderung bringen, doch die Büroarbeit ist nun mal dadurch gekennzeichnet, dass sie in der Regel am Schreibtisch stattfindet. Auf dem Lady Sitwell trainiert die Frau durch permanente Bewegungsreize der Pending-Technik alle Muskeln, insbesondere die Rumpf-, Rücken-, Schulter und Armmuskulatur, die die Wirbelsäule stützen und entlasten. Bandscheiben und Gelenke werden durch die sanften Mikrobewegungen gesund erhalten, der Stoffwechsel angeregt, Herz-und Lungenfunktion sowie die Sauerstoffaufnahme in jeder Zelle werden gestärkt. Kurz gesagt: Es erhöht die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden.

FACTS: Ist denn in den Unternehmen ein Bewusstsein für diese geschlechtsspezifischen Unterschiede vorhanden? Gernot Steifensand: Die sogenannte Gender-Medicine erfährt immer mehr Aufmerksamkeit und auch die Frauen-und Geschlechtsforschung der TU Berlin hat gezeigt, dass die Unterschiede und Besonderheiten der Frauengesundheit eine wesentliche Voraussetzung für eine bedarfsgerechte und qualitätsgesicherte Gesundheitsvorsorge von Krankheiten sind. Die typischen Stressfaktoren – ein hohes Arbeitstempo, Zeitdruck, Unter-sowie Überforderung im Job – wirken sich bei vielen Frauen gesundheitlich anders negativ aus als bei Männern. Frauen haben zum Beispiel weniger Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten, werden aber eher frühverrentet. Diese Aspekte sollten Arbeitgeber beachten, wenn es darum geht, Bürostühle für die Mitarbeiterinnen anzuschaffen, und sie tun dies auch vermehrt. Ein Blick auf die Verkaufszahlen des Lady Sitwell zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Nadia Hamdan

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