Werden Störfaktoren von Bürogeräten verbessert durch Bürodrehstühle?

 

Apfel mit Sitwell Alpha-PreventFACTS | 06/2010

JENSEITS ALLER NORMEN

Bewegungsarmut in Büros kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken – so weit, so schlecht. Bei der Entwicklung von Bürostühlen zieht Gernot M. Steifensand verschiedene Faktoren in Betrachtung: geschlechtsspezifische Unterschiede genauso wie Störfaktoren, die von Bürogeräten ausgehen.

Aufgrund ihrer Anatomie und ihren biologischen Voraussetzungen seien Frauen beim Sitzen erheblich benachteiligt. Zu diesem Schluss kommt die sogenannte Sitwell-Sitzforschung des Herstellers von Bürodrehstühlen SITWELL GERNOT STEIFENSAND AG in Wendelstein. Inhaber Gernot Steifensand hat sich bereits seit Jahren auf Entwicklung geschlechtsspezifischer Bürodrehstühle spezialisiert. Hintergrund dieser Maßnahmen: „Bürostühle werden in Deutschland nach der DIN 4551 hergestellt, die eine bestimmte Normen für die Sitzhöhe und -tiefe vorgibt – im konkreten Fall von 42 bis 53 Zentimeter. Das aber wird den speziellen Bedürfnissen von Frauen nicht gerecht. Aus diesem Grund hat Gernot Steifensand mithilfe von Gesundheitsexperten mit dem „Lady Sitwell“ einen speziellen „Frauenstuhl“ entwickelt, der stärker auf die Geschlechterunterschiede beim Sitzen eingehen soll.

Mittlerweile hat Gernot Steifensand seinen „Frauenstuhl“ weiterentwickelt und mit dem „Lady Shape up“ sein neuestes Produkt auf den Markt gebracht. Ein wichtiger Bestandteil des neuen Bürodrehstuhls ist die sogenannte 3D Sitwell-Mechanik, durch die Rückenlehne und Sitzfläche frei beweglich sind. Die Folge dieses „Gymnastikballeffekts“ ist das Auslösen permanenter Bewegungsreize, wodurch diejenigen Muskelgruppen, die die Wirbelsäule stützen und entlasten, also Rumpf-, Rücken-, Schulter- und Armmuskulatur, stimuliert und trainiert werden. Weiterer Effekt der Technologie: Venenpumpe und die Venenklappe werden aktiviert und sorgen für eine bessere Blutzirkulation und eine bessere Nährstoffversorgung der Bandscheiben.

Gernot Steifensand Gesundheit

„Insgesamt verbessert das biodynamische und sensomotorisch aktivierende Sitzen des „Lady Shape up“ den Stoffwechsel und die Atmung und regt die Verdauung an“, sagt Steifensand und ergänzt: „Ein ganz wesentlicher Aspekt liegt darin, dass die Produktion des körpereigenen Hormons Melatonin positiv beeinflusst wird.“ Dieses Hormon steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus des Menschen und ist darüber hinaus ein wichtiger Fänger der sogenannten freien Radikale, oder auch reaktive Sauerstoffspezies (ROS) genannt. Diese sind Zwischenprodukte des Sauerstoffs und können in hohen Konzentrationen wichtige Proteine des Stoffwechsels, Zellmembranen und sogar die Erbsubstanz (DNS) angreifen. Aus diesem Grund hat die Produktion von Melatonin eine wichtige Bedeutung, um die Entstehung von Krebserkrankungen zu verhindern. „Insofern ist es wichtig, körperliche Aktivität am Arbeitsplatz zu unterstützen – und wenn die Büroeinrichtung einen Beitrag dazu leisten kann, umso besser“, sagt Gernot Steifensand.

BEWEGUNG HÄLT GESUND

Denn dass körperliche Aktivität am Arbeitsplatz positive Auswirkungen auf die Vermeidung von Krebserkrankungen hat, sei wissenschaftlich belegt. Dabei bezieht sich Steifensand auf die Epidemiologin Dr. Karen Steindorf, die in Zusammenarbeit mit anderen Wissenschaftlern des Deutschen Krebsforschungszentrums in einer Full-Control-Studie festgestellt hat, dass moderate körperliche Aktivität das Brustkrebsrisiko bei Frauen senken kann. Insgesamt 1.246 Frauen, darunter 360 Brustkrebs-Patientinnen, wurden nach der Häufigkeit, Intensität und Dauer von körperlicher Aktivität befragt. Dabei standen nicht nur diverse Sportarten im Blickpunkt, sondern körperliche Tätigkeiten im Haushalt und Beruf sowie körperliche Bewegungen in anderen Bereichen. Ergebnis: Frauen mit moderater Gesamtaktivität hatten ein geringeres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken als Frauen, die sich weniger körperlich aktiv verhielten. Zu den möglichen Erklärungen dieses Zusammenhangs sagt Dr. Frank Mosler, Radiologe und Neuroradiologe und Vorstand der deutschen Gesellschaft für Prävention (GPeV), der an der Entwicklung des „Lady Shape up“ mitbeteiligt war: „Bewegung führt zum einen zu einer Stärkung des Immunsystems. Zum anderen wirkt sie sich positiv auf die Produktion des Hormons Melatonin aus.“

Aufgrund der großen Bedeutung dieses Themas wurden bei der Entwicklung des Bürostuhls darauf geachtet, Faktoren zu berücksichtigen, die sich positiv auf die Melatoninoroduktion auswirken. „Die Wirkung von Melatonin kann darüber hinaus durch Magnetfeldinstabilitäten negativ beeinflusst werden, die durch herkömmliche Bürodrehstühle oder auch die im Büro vorhandene EDV-Technik, W-LAN oder auch Handystrahlung ausgelöst werden“, erläutert Dr. Mosler. Hintergrund: Die natürlichen Magnetfelder sind wichtige Bestandteile des menschlichen Körpers und haben in dem hochsensiblen Bereich von 0 bis 30 Hz Einfluss auf den Körper. Sie sind fester Bestandteil der Gehirnwellen und stehen in Verbindung mit Stoffwechsel, Nervensignalen, Wasserhaushalt und anderen Zellfunktionen. Insofern wirken sich Störzonen in den Magnetfeldern, die etwa durch Funk-, EDV oder Elektrotechnik – oder eben auch die magnetisierend wirkenden Stahlteile in Bürodrehstühlen – hervorgerufen werden können, negativ aus. So wiesen Neurologen an der medizinischen Universität Vanderbilt (USA) 1995 nach, dass magnetische Störzellen (Gradienten) bei Nervenzellen die Signalübertragung blockieren können. (FACTS berichtete ausführlich in Ausgabe 04/2010).

STÖRUNGEN VERMEIDEN

„In der Forschung besteht heute kein Zweifel mehr, dass technisch ausgelöste Störzonen in den natürlichen Magnetfeldern eine potenzielle Gesundheitsgefahr darstellen.“ Darauf weist unter anderem eine umfangreiche Studie der WHO hin, weshalb die deutsche Gesellschaft für Prävention (GPeV) bereits seit längerem eine Reduktion der technischen Störzonen fordert. Aus diesem Grund sind die neuen Lady-Shape-up-Stühle standardmäßig mit einer Technologie ausgestattet, mit der sich technisch ausgelöste Störzonen in den natürlichen Magnetfeldern verhindern beziehungsweise reduzieren lassen.

Bei dem Wirkungsträger AlphaPrevent handelt es sich um einen intelligenten Kunststoff von wenigen Zentimetern Größe, der über die Luftfeuchtigkeit wirkt und einen Magnetfeldausgleich bewirkt. Der Wirkträger selbst ist weder magnetisch, noch benötigt er externe Energie. „Die neue Technologie beeinträchtigt nicht die technischen Funktionen der im Büro vorhandenen Geräte und ist durch die staatliche Versuchsanstalt tgm technisch geprüft und bestätigt“, sagt Dr. Mosler. „Der Wirkträger wird direkt in die Sitzfläche des Lady Shape up integriert und bewirkt die wichtige Stabilisierung der natürlichen Magnetfelder im Sitzbereich. Diese richtungsweisende Präventionsmaßnahme für Bürodrehstühle bringt eine aktiv verbesserte Arbeitsqualität.“

(dam)

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