Monatsarchiv für Januar 2012
Papierverbrauch in Deutschland und weltweit
Trotz neuer Medien wie E-Mail und Computer sind wir heute weit entfernt vom erhofften papierlosen Büro, sie haben den Papierverbrauch sogar noch stärker ansteigen lassen als bisher. Deutschland gehört neben Japan und den USA mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 236 kg zu den größten Papierverbrauchern weltweit, und Jahr für Jahr steigt der Verbrauch bei uns weiter um drei Prozent. Seit 1950 hat sich unser Papierverbrauch versiebenfacht.
Unser Land verbraucht so viel Papier wie der gesamte afrikanische und lateinamerikanische Kontinent zusammen. Bereits heute landet jeder fünfte weltweit gefällte Baum in einem Zellstoffwerk, mit steigender Tendenz. Während Papier in all seinen Verarbeitungsvariationen zum größten Teil in den Industriegesellschaften verbraucht wird, werden die Rohstoffe hierfür mehr und mehr in Entwicklungsländern erzeugt, mit teilweise erheblichen ökologischen und sozialen Konsequenzen. Ganze Ökosysteme werden für die Frischfaserherstellung zerstört und Menschen verlieren ihre Lebensgrundlagen.
Parallel zum steigenden Papierverbrauch ist in Deutschland die Nachfrage nach Recyclingpapieren drastisch zurückgegangen. Stellvertretend für den Bereich der grafischen Papiere belegt das der gut messbare Sektor Schulmaterialien: Zu Beginn der 90er Jahre waren ungefähr 70% der Schulhefte aus Recyclingpapier, heute sind es gerade noch 5-10%. Die grafischen Papieren, die immerhin die Hälfte unseres Papierverbrauchs ausmachen, beinhalten nur sehr wenig Altpapier: Tageszeitungen sind zwar komplett aus Altpapier, aber alle anderen Papiere bringen es nur auf einen Anteil von 22 Prozent. Die Gründe hierfür sind in erster Linie alte Vorurteile, die längst nicht mehr gerechtfertigt sind. Modernes Recyclingpapier erfüllt heute belegbar höchste technische Ansprüche und schneidet in Imageuntersuchungen hervorragend ab. Obwohl Deutschland weltweit als Vorbild in Sachen Altpapierrecycling gilt und einen hohen Einsatz an Altpapier in der Papierproduktion zu verzeichnen hat, gibt es hier keinen Markt für Recyclingpapiere.
Im Bereich der grafischen Papiere, der fast die Hälfte des deutschen Papierkonsums ausmacht, wird der Löwenanteil von Großunternehmen und öffentlichen Verwaltungen verbraucht. Denn Papier ist heute immer noch wichtigstes Medium, nicht nur als Informations-, sondern auch als Imageträger bzw. Visitenkarte eines Unternehmens. Und gerade hier haben sich die Vorurteile, dass Recyclingpapier zu grau, zu teuer sei und ungeeignet für Drucker und Kopierer, besonders manifestiert. So ist auch im Bürobereich die Nachfrage nach umweltfreundlichen Papieren stark rückläufig, während der Verbrauch von Frischfaserpapieren zunimmt.
Fakten – Papierverbrauch Deutschland
• 236 kg (2004) pro Kopf, Tendenz steigend
• Steigung um das 7fache seit 1950
• 50 Mio. Kubikmeter Holz jährlich (BRD)
• Verbrauch in Deutschland größer als der Afrikas und Lateinamerikas zusammen
Fakten – weltweit
• Prognose Steigerung von 330 Mio. t auf 440 Mio. t in 2015
• enorm ungleiche Verteilung
• 1/5 der weltweit eingeschlagenen Holzernte geht in die Produktion von Zellstoff
Dem Umweltbundesamt wüscht sich, dass jeder nur Recycling-Papier benutzt. Die Realität zeigt aber etwas anderes. Außerhalb von Behörden ist Recycling-Papier im Büro eher die Ausnahme. Aus Image- und sonstigen Gründen wird hochweißes Papier verwendet. Dabei steht der Umweltgedanke weit hinter dem Preis zurück.
Weit über die Hälfte des in deutschen Büros und privat verbrauchten so genannten hochweißen Kopierpapiers ist neutrales Papier der Klasse C, ohne Markenbezeichnung – fast immer ohne spezifische Herkunftsbezeichnung, ohne Spezifikation bzgl. Umweltbelastung, usw..
Bei einer akzeptablen Weiße des Papiers entscheidet nur der Preis (Typisch hierfür sind die Reißerangebote der großen Büroartikelversender von 1,99 netto pro Pack à 500 Blatt.). Zu dieser Kategorie zählen auch zahlreiche Eigenmarken großer Papieranbieter.
Praktisch nur bei den Markenpapieren gibt es Umweltzertifizierungen: Mehr und mehr bei Papieren der Klasse C, häufig bei Premium Papieren (Klasse B) und fast immer bei Papieren der Spitzenklasse (Klasse A) wie FALKEN No.1.
In unserem Fall ist es das FSC Zertifikat sowie die Herstellung aus ECF Zellstoff.
Informationen zu Ihrem optimalem Papier für Ihr Büro finden Sie >hier<
Weitere Fakten zum Thema Papier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Papier#Papiermarkt
Zum spezifischen Thema Papiergeschichte ist diese Seite sicher sehr hilfreich und sehr ausführlich:
http://papiergeschichte.freyerweb.at/einf.html
Kritisch bzgl. der Thematik Papier und Umwelt ist diese Seite:
Das Gesundheitswesen in der Zukunft
Dr. Frank Mosler, niedergelassener Neuroradiologe in der Gemeinschaftspraxis Henricistraße für Radiologie und Nuklearmedizin in Essen, äußert sich zu den künftigen Entwicklungen im Gesundheitswesen. Er unterstreicht die Notwendigkeit, das System radikal zu vereinfachen und mehr Kostenbewusstsein zu schaffen – sowohl bei den Ärzten als auch bei ihren Patienten.
FACTS: Wie sehen Sie die weitere Entwicklung im Gesundheitswesen, was die Patienten betrifft?
Mosler: Dreigeteilt: Die es sich wirklich leisten können, gehen ins Ausland um sich behandeln zu lassen. Privatversicherte und Selbstzahler werden einigermaßen versorgt, mit der natürlichen Gefahr vom System „überversorgt“ zu werden. Und bei gesetzlich Versicherten gilt: Wer am lautesten schreit, kriegt vielleicht das, was er braucht.
FACTS: Kommt es noch soweit, dass die Patienten von Spezialisten nicht mehr behandelt werden?
Mosler: Um vom Spezialisten behandelt zu werden, müssten Sie dort erst einmal landen. Ohne Eigeninitiative und Selbstinformation ist es schon jetzt schwierig, sich im Gesundheitsdschungel zu Recht zu finden. Tendenziell wird es nicht leichter werden.
FACTS: Und wie sieht es für die Ärzte aus? Werden die Honorare weiter gedrückt?
Mosler: Was man nicht für 30 Euro erledigen kann, kann man noch weniger für drei Euro machen. Ich bin mir aber sicher, dass die Politiker es trotzdem von uns Ärzten erwarten.
FACTS: Einige Experten warnen vor einem Kassensterben. Glauben Sie auch daran?
Mosler: Krankenkassen sind eigentlich „nur“ Verwalter der finanziellen Ressourcen ihrer Versicherten. Versicherungsmathematisch ist jeder „Schadensfall“ unerwünscht, weil kostenträchtig. Wie in der Real-Wirtschaft gilt der Grundsatz: je mehr Verwaltung – je mehr Kosten. Wenn sich die Krankenkassen in größere Verbünde zusammen schlössen und ihre Kräfte bündelten, könnte das Einsparpotenzial an die Versicherten ohne Leistungseinbußen direkt weitergegeben werden. Ob allerdings Einsicht und Bereitschaft der vielen „Verwalter“ ausreicht, sich selbst zum Wohle der Mitglieder weg zu rationalisieren, bezweifle ich doch sehr.
FACTS: Was wäre für Sie der Weg aus dem jetzigen Elend?
Mosler: Zunächst ist eine radikale Vereinfachung des Systems unabdingbar. Ferner brauchen wir Kostentransparenz auf allen Ebenen. Nur wenn jeder Patient und auch jeder Arzt exakt weiß, wie viel Kosten er gerade der Solidargemeinschaft abfordert, kann er diese Leistungen der Allgemeinheit auch wertschätzen. Mit dieser Erkenntnis kann der Umgang mit System-Ressourcen vernünftiger und bewusster werden. Und letztendlich halte ich einen Konsens über alle Parteien und Gesellschaftsschichten hinweg, darüber, was tatsächlich zu einem Basiskatalog an medizinischer Grundversorgung zählt, und vor allem was NICHT dazu zählt, für unbedingt erforderlich. Das ist hart aber fair.
FACTS: Ihr Schlusswort?
Mosler: Das Versäumnis, dass sowohl wir als Volk als auch unsere Politiker während der vergangenen 40 Jahre begangen haben, indem wir uns davor gedrückt haben, das unmittelbar „Notwendige“ zu definieren, bezahlen wir jetzt teuer mit politisch inkorrekten Verschleierungs-Reförmchen, die lediglich die Gemüter der Wähler beruhigen sollen, uns aber in der Sache keinen Schritt weiterbringen. Dieses Mal ist es allerdings anders: Auf einmal kann alles, aber auch wirklich alles in Frage gestellt werden: Unser Wirtschaftsystem, unser Finanzsystem, der globale Zusammenhalt. Warum nicht auch im Gesundheitssystem einen Neuanfang wagen?
Graziella Mimic
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