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Ergonomisches Sitzen für Frauen – Frauen sitzen anders.

12/2009 – FACTS ➜ Test- und Wirtschaftsmagazin Frauensache – Frauen sitzen anders.

Eigentlich sitzen Männer und Frauen im Büro auf technisch identischen Stühlen. Der Hersteller Sitwell Gernot Steifensand bietet jedoch auch Stühle speziell für Frauen.

Männer und Frauen unterscheiden sich in ihrer Anatomie. Folglich gilt es auch bei der Entwicklung von Bürostühlen, auf diese doch sehr unterschiedlichen Bedürfnisse zu achten. Das sind neben Körpergröße und Skelettaufbau auch der Körperschwerpunkt sowie die Muskel- und Fettverteilung.

Das Unternehmen SITWELL STEIFENSAND AG hat sich dieser Problematik angenommen und einen speziellen Bürodrehstuhl für die Frau entwickelt – den Lady Sitwell.

Im Einzeltest ist dieser Stuhl von der FACTS-Redaktion bereits mit der Auszeichnung „sehr gut“ prämiert worden. FACTS wollte aber auch wissen, wie sich dieser spezielle Frauenstuhl im Langzeittest schlägt. Daher stellte sich Marlies Görres aus dem Verlagshaus VVA in Essen zur Verfügung und hat den „Lady Sitwell“ fünf Monate lang auf Herz und Nieren überprüft.

Der menschliche Körper verfügt über rund 640 Muskeln; zusammen machen sie fast die Hälfte unseres Körpergewichtes aus.

Die Zunge ist ein Muskel, das Herz ebenfalls. Selbst jedes einzelne Haar auf unserer Haut ist mit einem winzigen Muskel verbunden – Von 640 Muskeln in unserem Körper werden im Sitzen 100 nicht aktiviert!

Die Federkernpolsterung soll zudem bewirken, dass sich die Sitzfläche nicht übermäßig erwärmt. In die höhenverstellbare und flexible Rückenlehne ist eine Lordosenstütze integriert.

Die Wirbelsäule wird so automatisch in eine natürliche S-Form gebracht. Das entlastet die Bandscheiben und entspannt die Nacken- und Schultermuskulatur.

Damit „Frau“ auch dynamisch sitzt, hat der Hersteller im Stuhl die patentierte Pending-Technik eingesetzt und erzeugt damit ein dreidimensionales Sitzgefühl, vergleichbar mit einem Gymnastikball. Durch die Bewegung wird der Stoffwechsel angeregt und Ermüdungserscheinungen vorgebeugt.

„Der Lady Sitwell animiert ständig zu kleinen Bewegungen des Körpers“, berichtet Marlies Görres. „Anstatt in einer Sitzposition zu verharren, wird durch die Technik des Stuhls ein sehr dynamisches Sitzen unterstützt. Auch die bequeme Polsterung und die verkürzte Sitzfläche haben mir sehr gut gefallen. Lediglich die Positionierung der Verstellhebel sollte noch verbessert werden.

DYNAMISCHES SITZEN – Frauen sitzen anders.

Die Hebel für die Einstellung von Sitzhöhe und Rückenlehnenneigung sind relativ tief positioniert – es ist daher schwer, an sie heranzukommen, ohne sich tief nach unten zu beugen. Insgesamt bin ich aber mit dem Stuhl sehr zufrieden und eigentlich traurig, dass ich ihn schon bald wieder abgeben muss.“

Die Vorteile vom Frauenstuhl aus der SITWELLL® STEIFENSAND AG

  • Prävention und Linderung von Rückenbeschwerden
  • Fördert entspanntes und gesundes Arbeiten
  • Steigert die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit
  • Aktiviert die Herz- und Kreislauftätigkeit
  • Reduziert Stress und Verspannungen
  • Mindert das Risiko eines Bandscheibenvorfalls
  • Verbesserte Nährstoffversorgung und Entlastung der Bandscheiben
  • Aufbau und Erhaltung der Gelenkschmiere
  • Entlastung der Wirbelsäule und Stärkung von Muskelgruppen
  • Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens

Dem ausführlichen Bericht von Marlies Görres gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen. Zudem stützt er das Ergebnis des FACTS-Tests. Obwohl es viele Mitbewerber gibt, die den reinen „Frauenstuhl“ etwas belächeln, sprechen doch die Fakten für sich. Timo Schrage

SITWELL® STEIFENSAND AG
Sperbersloher Str. 124
90530 Wendelstein bei Nürnberg
Deutschland / Germany
Telefon: 09129-4040

Entschleunigung schafft Raum für Gefühle

Gelassenheit und Standhaftigkeit kommen in diesen hektischen Zeiten viel zu kurz. Dabei führen Beharrlichkeit und überlegtes Handeln sicherer zum Erfolg – sowohl im persönlichen als auch im unternehmerischen Bereich – als das rastlose Rennen von einem Ziel zum anderen.

FACTS 10/2009 – Ein Bus fährt mit Touristen an einer wunderbaren Küste entlang. An einem Aussichtspunkt hält er an. Die Touristen steigen aus und fotografieren die Gegend ausgiebig. Nur ein einziger Fahrgast steht da und blickt die Küste intensiv an. Der Fahrer fragt ihn: „Sie fotografieren wohl nicht?“ Der Fahrgast antwortet: „Nein, ich sehe es mir gleich hier an.“

Gelassenheit statt Aktionismus: Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, sich auf die gegenwärtige Situation einzustellen, ohne vorgefertigte Lösungsmuster: Dieser Ratschlag würde vielen Managern unserer unruhigen und hektischen Wirtschaft zugutekommen, wären sie in der Lage, ihn zu befolgen.

Doch gerade dies können sie nicht, zu sehr damit beschäftigt wie sie sind, Situationen rational zu bewerten, statt sie auf sich einwirken zu lassen.

Sie müssen noch lernen, die Erlebnisse aus der Vergangenheit einmal abzustellen, diesen Ballast abzuwerfen und einfach loszulassen, um Platz für neue Ideen zu schaffen.

„Der Manager sollte darauf achten, dass er nicht ausschließlich dem Verstand, sondern auch der Intuition und seinen Gefühlen Raum gibt“, schreibt Werner Schwanfelder in seinem Buch „Laotse für Manager“, das die Lehren des alten Meisters für westliche Manager anwendbar machen will. „Oft nehmen wir so nicht den tatsächlichen Zustand wahr, sondern nur das, was wir darüber wissen.

Wir vergleichen mit früheren Erfahrungen und machen Prognosen für die Zukunft. Das Vergleichen verstellt uns aber auch den Weg für neue Lösungsmöglichkeiten.“ Laotse dagegen empfiehlt, Ruhe zu bewahren, Abstand zu suchen, den Dingen ihren Lauf zu lassen

BITTE ENTSCHLEUNIGEN – Diese Aufforderung kommen doch einige Unternehmer nach, auch wenn sie diesem Verhalten andere Namen geben. Beispielsweise verstehen sie unter dem Trendbegriff „Entschleunigung“ den Versuch, der durch Hast und Hektik entstandenen Beschleunigung aktiv entgegenzusteuern und die Geschwindigkeit zu reduzieren.

„Schneller, höher, weiter, heißt das Motto unserer Zeit“, bestätigt Gernot Steifensand, Geschäftsführer der 1000 Stühle Gernot-M. Steifensand GmbH. „Das ist bar jeder Vernunft. Wir müssen unbedingt zu einer gewissen Langsamkeit zurückkehren und uns im Umgang mit uns selbst und unseren Mitmenschen verändern.“

Wer Gernot-M. Steifensand gut kennt, weiß, dass dies kein Lippenbekenntnis ist.

Die Achtung des natürlichen und vor allem des menschlichen Maßes bestimmte von Anfang an seine Handlungen. Bei der Entwicklung von Bürostühlen für ein körpergerechtes und geschlechtsspezifisches Sitzen, die nicht nur ergonomische, sondern vor allem orthopädische Aspekte berücksichtigen, stand für ihn immer nur eins im Mittelpunkt: der Mensch.

Diese Einstellung übernahm der Franke von seinem Vater, dessen Ziel es schon war, intelligente Sitzlösungen mit größtmöglichem Nutzen für seine Kunden zu konzipieren und zu produzieren. Durch diese Rückbesinnung auf die sozialen Pflichten und die Bewahrung der Harmonie dank traditioneller Tugenden wie Respekt und Liebe zu den Eltern nähert sich der Unternehmer im Übrigen einmal mehr der Lehre von Laotse.

„Mein Vater und meine Mutter, die mich immer zu Höchstleistungen motiviert haben, haben mir die richtige Grundlage gegeben und mich inspiriert. Sie haben mir beigebracht, auch bei meiner Arbeit immer nach dem Außergewöhnlichen, dem Exzellenten und dem Authentischen zu suchen.“ Diese Motivation, die ihn antreibt, betrachtet Gernot Steifensand als das Wichtigste überhaupt. Sie ist der erste Schritt auf dem langen Weg zum Erfolg. Und wie der alte Meister vor langer Zeit schon sagte: „Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.“ Graziella Mimic

Sitzen am Arbeitsplatz im Büro, oder Zuhause

FACTS 7/2009 – Training fürs Büro

Ein kurzes, kompaktes sensomotorisches Übungsprogramm kann einen hohen Beitrag zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit leisten. Das Beste: Es lässt sich direkt im Büro ohne viel Vorbereitung durchführen – sogar im Nadelstreifenanzug.

Demographen sind sich einig: der Anteil junger Arbeitnehmer in Unternehmen geht drastisch zurück. Junge, gut ausgebildete Fachkräfte werden in Zukunft knapp, die Anzahl der über 50-jährigen Beschäftigten nimmt deutlich zu – teilweise auf einen Wert von bis zu 40 Prozent. Wie können sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber für diesen Alterungsprozess am besten wappnen?

Für die Unternehmen gilt es, die Voraussetzungen dazu zu schaffen, um im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte mitzuhalten. Um als Arbeitgeber attraktiv zu sein, sind neben „harten Faktoren“ wie dem Gehalt auch Konzepte für die bestmögliche Gestaltung des Arbeitsplatzes gefragt. Damit ältere und jüngere Mitarbeiter gleichermaßen vital und leistungsfähig bleiben, müssen Vorkehrungen getroffen werden, um Krankheiten wie etwa die an Büroarbeitsplätzen weit verbreiteten Rückenbeschwerden zu verbannen.

Allerdings: Bei der optimalen Gestaltung des Arbeitsplatzes komme es nicht allein auf die Ausstattung mit gesund erhaltenden Möbeln an, sagt der Sportwissenschaftler und Arzt Dr. Peter Stehle. „Auch die Mitarbeiter selbst müssen einen Beitrag dazu leisten, ihre Leistungsfähigkeit und -bereitschaft bestmöglich zu fördern und zu pflegen“, fordert der Mediziner. „Vor allem in einem Büroalltag, der von Bewegungsarmut und psychischer Anspannung geprägt ist.“

Vor diesem Hintergrund entwickelte Dr. Stehle das Konzept „Office in Balance“. Hauptbestandteil des Konzepts sind die so genannten Orthletic-Balance -Bewegungsprogramme. Deren Schwerpunkt stellen sensomotorische Trainings- und Übungsprogramme dar. „Unter Sensomotorik verstand man die Verbindung von sensorischen und motorischen Leistungen und meint damit die unmittelbare Steuerung und Kontrolle der Bewegungen aufgrund von Sinneseindrücken“, erläutert Dr. Stehle.

Sensomotorische Bewegungsprogramme werden auch im Leistungsfußball bereits seit Längerem erfolgreich eingesetzt.

Für Thomas Schumacher, Jugendcheftrainer beim Fußballbundesligisten Borussia Mönchengladbach zum Beispiel sind sensomotorische Übungsformen fester Bestandteil im täglichen Training der Nachwuchs-Borussen. „Sie dienen der Verbesserung der konditionellen und koordinativen Fähigkeiten ebenso wie der Konzentrationsfähigkeit, der eigenen Körperwahrnehmung sowie der Körperspannung“, erklärt der Fußballtrainer.

Da genau diese Wirkungsfelder auch für die Gesunderhaltung von Büroarbeitskräften eine wichtige Rolle spielen, propagiert. Dr. Stehle den Einsatz des Konzepts nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch im Büro:

„Ein gesund erhaltender Arbeitsplatz erfordert zum einen natürlich die Ausstattung mit Sitzmöbeln, die sensomotorisch aktivierendes Sitzen ermöglichen“, sagt der Wissenschaftler.

Doch das allein reiche nicht aus: „Das Konzept der Orthletic-Balance-Bewegungswelten dient dazu, konditionelle und koordinative Fähigkeiten zu trainieren – mit wenig Aufwand und einem einzigen Hilfsmittel: dem so genannten Balance Pad.“

 

Auch am Arbeitsplatz – „Wer auf dem Balance Pad stehen bleiben will, muss dauerhaft balancieren, um sein Gleichgewicht zu halten“, erläutert der Mediziner. Das hat die Beanspruchung verschiedener Muskelgruppen zur Folge: Rücken-, Bauch-, Bein und Gesäßmuskulatur – quasi der ganze Körper steht nahezu dauerhaft unter Spannung. Vorteil: Die Matte passt in jede Schreibtischschublade und ist sofort einsetzbar. Um darauf zu trainieren, ist keine besondere Bekleidung notwendig. Alle Übungen lassen sich auch im Nadelstreifenanzug absolvieren. Einzig die Schuhe sollten ausgezogen werden.

Das Orthletic-Balance-Bewegungsprogramm geht von der einfachen Grundstellung aus, komplexer und schwieriger werdende Übungen schließen sich an.

Aufgrund der Einfachheit der Trainingsmethode hält Dr. Stehle ein Trainingspensum von fünf bis zehn Minuten für ausreichend, um den gewünschten Effekt zu erzielen: „Die Übungen sind leicht erlernbar, erfordern keine Vorbereitungszeit und lassen sich alleine durchführen. Deshalb sind sie für den Einsatz in der oftmals hektischen Arbeitswelt geradezu prädestiniert.“ Und wer weiß, vielleicht wird das Balancieren auf der Matte zwischen einem Meeting und einem Kundentermin ja schon bald zu einem gewohnten Anblick in deutschen Büros. Daniel Müller

Gender Seating – Medizinische Bürostühle und Chefsessel für Frauen

Gender-Seating by Gernot Steifensand aus der SITWELL STEIFENSAND AG in Wendelstein bei Nürnberg.

Frauen und Männer kennzeichnet aufgrund ihrer verschiedenen Anatomie ein unterschiedliches Sitzverhalten. Dies sollten insbesondere Frauen bei der Wahl des Bürostuhls unbedingt berücksichtigen,
findet die Bürostuhl-Expertin und Gender-Profi Frau Prof. Dr. rer. nat. Michaela Döll.

Frauen sind anatomisch und biologisch grundlegend anders konstituiert als Männer. Der Körperbau, der Stoffwechsel, sogar viele Organfunktionen unterscheiden sich von denen der männlichen Zeitgenossen deutlich. So ist beispielsweise die Verdauung bei Frauen träger.

Gender-Seating – Frauenherzen schlagen schneller und arbeiten bei einem niedrigeren Blutdruck. Das Becken der Frau ist weiter und weniger hoch als beim Mann.

Dafür ist das Herz aktiver. Auch ihr Körperschwerpunkt liegt aufgrund des unterschiedlichen Schulter- und Hüftskeletts tiefer. Daher neigen Frauen eher zum Hohlkreuz. Auch Herz und Lunge sind bei der Frau kleiner, das Atemvolumen ist daher geringer.

Frauen-Medizin – Gender Medicine ist die internationale Fachbezeichnung für Humanmedizin unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten, eine neue Präventionsform gegen Rückenschmerzen und andere Bürokrankheiten wie Burn-out oder Schulter- und Nackenverspannungen.

Die SITWELL® STEIFENSAND AG bietet weltweit neueste Ergonomische Bürostühle, Bandscheibenstühle und Chefsessel für Frauen.

Traditionelle ergonomische Bürostühle, die nach DIN- und Norm weltweit produziert werden, bestehen nur aus drei Teilen: Beinen, einer Sitzfläche (Unterbau) und Rückenlehne. Ein Standard Bürostuhl Unterbau reicht nicht aus, um das gesamte Gewicht des Oberkörpers wirksam zu verteilen.

Die SITWELL® STEIFENSAND AG entwickelt, produziert und verkauft in fabrikeigenen Verkaufsstellen SITWELL® Bürostühle, Drehstühle, Chefsessel, Besucher/Meeting-Stühle, sowie ergonomische, orthopädische und medizinischer STEIFENSAND® Sitzpolster und Auflagen für Stühle und Bürostühle.

Die SITWELL® STEIFENSAND AG Fabrikverkaufsfilialen, Factory Outlet Center (FOC). bietet Produktionsüberhänge, Ausschusswaren, Auslaufmodelle, Retouren, Sondermodelle zu niedrigen Preisen an.

SITWELL® STEIFENSAND AG ▶ Bürokrankheit Rückenschmerz

Wenn es darum geht, Rückenschmerzen aus Büros zu verbannen, spielen Bewegung und Aktivität spielt in Köln eine entscheidende Rolle. Diese Einsicht gilt es, auch bei der Arbeitsplatzgestaltung und der Entwicklung von Bürostühlen zu berücksichtigen – fordert der Arzt und Sportwissenschaftler Dr. Peter Stehle aus Bonn.

Seelisches und physisches Wohlergehen der Mitarbeiter nehmen in der modernen Arbeitsgesellschaft immer mehr an Bedeutung zu. Dass nur gesunde Mitarbeiter kreativ und produktiv sein können, erschließt sich auf den ersten Blick.

Aus diesem Grunde sollte sich die betriebliche Gesundheitsförderung der Mitarbeiter auch nicht nur auf Zeiten des wirtschaftlichen Wachstums beschränken: „Gerade auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig, die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass die Mitarbeiter ihre physische und psychische Leistungsfähigkeit voll entfalten können“, sagt Dr. med. Peter Stehle, Arzt und Sportwissenschaftler.

Schmerzen durch ständiges Sitzen? Gernot-M. Steifensand ➜ Der Fachmann für gesundes Sitzen ➜ SITWELL.at

Denn vor allem in konjunkturell angespannten Zeiten sollten Unternehmen auf die Ressource Mensch bauen – nicht zuletzt mit Blick auf die Zeit nach der Krise, wenn es wieder darum geht, für gut qualifizierte Arbeitnehmer als ein attraktiver Arbeitgeber zu gelten.

KOMPLEXES ZUSAMMENSPIEL – Nach Meinung Stehles müsse man sich bei der Auseinandersetzung mit Themen, die sich mit der Gesundheit des Menschen beschäftigen, die Bedeutung des Menschen als „biopsychosoziales Wesen“ stets vor Augen halten.

Was damit gemeint ist? „Biologische, psychologische und soziale Einflussfaktoren stehen bei der Entstehung von Krankheiten und deren Verlauf sowie in der Schmerzsymptomatik in einem komplexen Zusammenspiel“, erklärt der Mediziner, der sein Wissen für die Entwicklung neuer Bürodrehstühle einsetzt und dem Hersteller von Bürodrehstühlen Gernot-M. Steifensand GmbH beratend zur Seite steht.

In Prävention, Therapie und Rehabilitation von Krankheiten habe man schon lange erkannt, dass sich frühzeitige Förderungen von Aktivität und Bewegung des Menschen positiv auswirken. Dieses Denken, so die Ansicht von Dr. Stehle, müsse auch in den Bereichen Arbeitsplatzgestaltung und -Ausstattung Berücksichtigung finden – ganz besonders auch beim Thema „Sitzen am Arbeitsplatz“, schließlich erledigen Büroarbeiter ihre Tätigkeitüberwiegend im Sitzen.

„Ein guter Bürostuhl ermöglicht funktionell richtiges Sitzen, ohne dabei negativ manipulierend auf die Sitzhaltung einzuwirken“, sagt Dr. Stehle. Dabei müsse man die individuellen Unterschiede eines Menschen wie Körpergröße und Geschlecht berücksichtigen. Hintergrund: Frauen und Männer sind unterschiedlich gebaut, sodass Frauen zum Beispiel eher zum Hohlkreuz neigen und beim Sitzen flacher atmen. Bei der Beurteilung von Bürositzmöbeln auf ihren Beitrag zur Gesunderhaltung seien ergonomische Aspekte wie etwa die Handhabung von Bedienungselementen am Bürostuhl sicherlich wichtig. Doch nach Meinung des Wissenschaftlers sollten zukünftig bei der Konstruktion und Bewertung von Bürostühlen auch orthopädisch-biomechanische Aspekte federführend sein.

HOHE FOLGEKOSTEN – Im Vordergrund dieser orthopädisch-biomechanischen Überlegungen steht der Rumpf. Rückenbeschwerden gelten als Hauptverursacher von Arbeitsunfähigkeit, und zwar noch vor allen anderen Symptomen. Neueste Untersuchungen, die am Rande des Forums „Fortschritt und Fortbildung“ der Bundesärztekammer in Berlin bekannt gegeben wurden, belegen: Fast fünf Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter Rückenschmerzen mit hoher Beeinträchtigung. Dadurch entstehen jährlich Kosten in Höhe von über 7.000 Euro – und zwar pro Patient.

Auch in der Rehabilitationsbehandlung stellen Rückenschmerzen den größten Kostenfaktor dar: Die Mehrheit der europäischen Bevölkerung (60 bis 85 Prozent) hatte irgendwann schon einmal muskulär bedingte Rückenbeschwerden. Diese lokalisieren sich nicht nur im Bereich der Lendenwirbelsäule, sondern zunehmend auch im Bereich der Halswirbelsäule sowie im Schulter-Arm-Bereich. „Die Hauptursachen für derlei Beschwerden werden heute in Fehlfunktionen und Verspannungen der Muskulatur gesehen und sind häufig auf Bewegungsarmut oder falsches Sitzen am Arbeitsplatz zurückzuführen“, erläutert Stehle.

Bei der Konstruktion eines modernen und gesunden Bürostuhls komme es ganz wesentlich auf die Berücksichtigung einiger anatomischer und biomechanischer Grundlagen an.

Im Hinblick auf die anatomischen Aspekte des menschlichen Körperbaus seien nach Meinung Stehles die Übergänge zwischen oberen und unteren Extremitäten des Rumpfs, nämlich Schulter- und Hüftgelenke, Kreuzbein und Becken, die neuralgischen Punkte. Das Entscheidende: „Bewegungseinschränkungen in diesen Bereichen haben Auswirkungen auf den Rumpf, und umgekehrt“, erklärt Stehle. Deshalb müsse bei der Thematik des richtigen Sitzens der Übergang von der Wirbelsäule zum Becken zentrale Bedeutung haben. Denn: „Unterschiedliche Stellungen des Beckens wirken sich biomechanisch auf die Stellung der Wirbelsäule und somit auf die Gesamthaltung eines Menschen aus.

Dies gilt es bei der Konstruktion eines wirklich gesunden Bürostuhls zu bedenken.“ Das Problem: Je weiter die Wirbelsäule von der Idealhaltung abweicht, desto ungünstiger wirken sich die mechanischen Einflüsse aus. Ein weit verbreitetes Problem ist etwa der so genannte Rundrücken. „Diese Haltung entsteht, wenn beim Sitzen das Becken nach hinten kippt.“ Die Folge: Im Gegensatz zur idealen Sitzhaltung, bei der nur ein Minimum von Energie benötigt wird, ohne Muskulatur, Bänder und Bewegungsapparat zu über Ansprüchen, wird die Nackenmuskulatur bei dieser ungünstigen Sitzhaltung gezwungen, eine aufrechte Kopfhaltung sicherzustellen. Infolgedessen wird sie überlastet.

Weiteres Problem: Je mehr sich das Rückgrat krümmt, umso rascher ermüdet die Muskulatur und auf der Bandscheibe ruht eine vermehrte Last. Die schlechte Konsequenz nach Meinung Stehles: „Das ist leider der ideale Nährboden für die verschiedensten Rückenbeschwerden.“ der ideale Bürostuhl. Deshalb müsse es bei der Konstruktion von Bürostühlen oberstes Ziel sein, durch wirbelsäulengerechtes Sitzen Einflüsse mit allzu groben und langandauernden Abweichungen zu vermeiden oder durch Haltungs- und Bewegungswechsel abzumildern.

„Am Büroarbeitsplatz muss zwingend eine physiologische Sitzhaltung angestrebt werden.“ Damit eine solche gewahrt bleibt, sind folgende Kriterien einzuhalten: die Wahrung der natürlichen „S-Form“ der Wirbelsäule, ein nach vorn gekipptes Becken, eine muskulär entspannte Sitzhaltung sowie ein frei beweglicher Schulter-Nacken-Bereich. „Ein Bürostuhl, der diese Kriterien erfüllt, unterstützt funktionell richtiges Sitzen“, fasst Stehle zusammen. Und durch gesundes Sitzen am Arbeitsplatz kann ein großer Beitrag dazu geleistet werden, der „Bürokrankheit“ Rückenschmerzen endlich den Garaus zu machen.

Daniel Müller – FACTS 6/2009 – Kampf dem Rückenschmerz!

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